Freitag, 18. September 2015

Flüchtlinge als Fachkräfte - "Ein Spaziergang wird’s nicht!“

Praktikumsplätze für Flüchtlinge bei der Deutschen Telekom oder der Deutschen Post und die Hoffnung auf hoch motivierte junge Nachwuchstalente beim Automobilbauer Daimler. Die Euphorie bei Deutschlands Konzernen über Flüchtlinge ist offenbar groß. Schließlich fehlen einigen Großkonzernen viele Fachkräfte. "Im besten Fall kann das eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden", schwärmte Daimler-Chef Dieter Zetsche diese Woche.

Doch so rosig sieht es in der Praxis noch lange nicht aus. Ob Behörden, Arbeitgeber oder Wissenschaftler: Alle wissen ziemlich wenig darüber, wie gut die ankommenden Flüchtlinge wirklich ausgebildet sind. Kein Wunder: Wer nur mit einem Rucksack aus Syrien flieht, hat selten Schul- oder Arbeitszeugnisse dabei. Die einzige Möglichkeit, etwas über die berufliche Qualifikation zu erfahren, ist daher, die Asylbewerber zu fragen. Das macht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), doch die Flüchtlinge müssen nicht antworten. weiter lesen »

Dienstag, 15. September 2015

Flüchtlinge an EU-Außengrenze - "Niemand wird umkehren"

Die Bilder von Flüchtlingen, die durch die letzte Lücke im Grenzzaun nach Ungarn gekommen sind, werde er nicht vergessen, sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bedford-Strohm, in den tagesthemen. Niemand werde umkehren. "Die Menschen werden sich andere Wege suchen".

Die Menschen können nicht umkehren, viel haben alles verkauft, um nach Europa zu kommen, so Bedford-Strohm. Am Ende profitierten vermutlich Schlepper von der Situation an der nun streng überwachten ungarischen Grenze. weiter lesen »

Donnerstag, 10. September 2015

Flucht durch Europa - Dänemark macht dicht

Sie wollen eigentlich nach Schweden, in Dänemark bleiben wollen die wenigsten. Doch die Regierung hält Hunderte Flüchtlinge im Land fest oder lässt sie gar nicht erst rein. Der Zugverkehr von und nach Deutschland ist unterbrochen, die Autobahn gesperrt.

Chaotische Zustände im sonst so ordentlichen Dänemark: Hunderte Flüchtlinge sind in dem skandinavischen Land gestrandet, viele weitere an der deutsch-dänischen Grenze, bei Flensburg oder auf Fehmarn. Vom Bahnhof in Flensburg wurden am späten Abend viele Flüchtlinge mit Bussen in Erstaufnahmeeinrichtungen in Schleswig-Holstein gebracht: "Damit der lange Weg ein Ende hat und alle sicher unterkommen", wie ein Behördensprecher in Kiel erklärte. weiter lesen »

Mittwoch, 2. September 2015

Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland - Das Warten auf Ausreise in Budapest

In Budapest harren weiter Tausende Menschen vor dem Ostbahnhof aus. Seit gestern ist der Bahnhof für Flüchtlinge gesperrt. Sie hoffen nun, ihre Zugreise gen Westen bald antreten zu können. In München, wo seit Montag etwa 3500 Menschen ankamen, ist es ruhig.

Die Lage am Münchner Hauptbahnhof hat sich deutlich entspannt. Nachdem am Montag und Dienstag mehr als 3000 Flüchtlinge angekommen waren, seien es seit Mitternacht nur noch 50 gewesen, teilte die Polizei mit. Sie wurden registriert und mit Bussen in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht. Unterstützt werden die Beamten weiterhin von Dutzenden freiwilligen Helfern, die die Flüchtlinge mit dem Nötigsten versorgen und die Spenden aus der Bevölkerung sortieren. weiter lesen »

Samstag, 29. August 2015

Drei Jahre Haft für Al-Dschasira-Reporter

Im Berufungsprozess gegen drei Reporter des arabischen Senders Al-Dschasira hat ein Gericht in Kairo die Angeklagten zu je drei Jahren Haft verurteilt und die Strafe damit verringert.

Die Journalisten waren Mitte 2014 in erster Instanz des international kritisierten Verfahrens zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie die verbotene Muslimbruderschaft unterstützt haben sollen. Die Angeklagten hätten Falschinformationen verbreitet und seien nicht als Journalisten akkreditiert gewesen, sagte der Richter am Samstag.

Vor Gericht standen der australische Journalist Peter Greste und seine Kollegen Mohammed Fahmy und Baher Mohammed. Greste wurde in Abwesenheit verurteilt, nachdem er Anfang des Jahres nach einem Erlass von Präsident Abdel-Fattah al-Sisi aus der Haft entlassen und abgeschoben worden war. Der Kanadier Mohammed Fahmi gab im Gegenzug für die Freilassung seine ägyptische Staatsbürgerschaft auf, durfte das Land aber nicht verlassen. weiter lesen »

Donnerstag, 20. August 2015

Wachleute bestreiten willkürliche Attacken auf Asylbewerber

Die Vorwürfe wiegen schwer: Fünf Ex-Wachleute sollen vor einem Jahr in einer Essener Asylbewerber-Unterkunft mehrere Bewohner grundlos geschlagen, getreten und misshandelt haben.

Als ihnen der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung am Donnerstag zu Prozessbeginn vor dem Essener Amtsgericht vorgehalten wird, platzt es aus einem der Angeklagten heraus: "Das ist hundertprozentig absurd", ruft der 35-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft hat drei mutmaßliche Übergriffe zur Anklage gebracht. Bewohner, die außerhalb der Öffnungszeiten der Kantine nach Essen oder Kaffee fragten, sollen von den Angeklagten zu Boden geschlagen und anschließend getreten worden sein. Auch in einem Zimmer der Unterkunft am Rande der Essener Innenstadt kam es angeblich zu gewaltsamen Attacken auf drei Bewohner gleichzeitig. weiter lesen »

Mittwoch, 12. August 2015

Foto soll Enthauptung eines Kroaten durch IS-Ableger beweisen

Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat hat nach Angaben von Unterstützern einen in Ägypten entführten Kroaten getötet. Sympathisanten des IS verbreiteten ein Foto im Internet, das die enthauptete Leiche der Geisel zeigen soll. Ob das Bild echt ist und tatsächlich den Entführten zeigt, konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Die kroatische Regierung äußerte die Befürchtung, dass der Mann tatsächlich ermordet worden sei. weiter lesen »

Mittwoch, 5. August 2015

Mutmaßlicher IS-Terrorist in Asylbewerberheim festgenommen

In einer Asylbewerberunterkunft bei Stuttgart ist ein mutmaßlicher Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat festgenommen worden. Der 21-jährige Marokkaner stehe unter Terrorverdacht, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt mit. Nach Angaben der Ermittler war der Verdächtige unter falscher Identität als Asylbewerber im Kreis Ludwigsburg untergetaucht. Ihm wird vorgeworfen, Kämpfer für den IS zu rekrutieren. weiter lesen »

Sonntag, 2. August 2015

Streit im Flüchtlingsheim - Polizei schießt auf Flüchtling in Bonn

In einer Flüchtlingsunterkunft in Bonn ist ein Streit zwischen zwei Männern eskaliert - die Polizei schoss auf einen der beiden und verletzte ihn schwer. Ein 23-Jähriger attackierte nach Angaben der Polizei einen anderen Mann und verletzte ihn leicht. Anschließend flüchtete er sich ins Obergeschoss. Die Polizei versuchte, mit dem Angreifer zu verhandeln. Er sprang jedoch aus dem Fenster und lief mit zwei Messern auf die Polizisten zu. Nachdem der Einsatz von Spray nichts brachte, griffen die Polizisten zur Waffe. weiter lesen »

Dienstag, 30. Juni 2015

Merkel ruft Religionen zu gegenseitiger Wertschätzung auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gegenseitiger Wertschätzung der Religionen aufgerufen. Bei einem Empfang in Berlin verwies die Kanzlerin vor Vertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen auf die weltweiten Gewalttaten im Namen einer Religion, zu oft leider im Namen des Islams. Doch jede Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland, jeder Generalverdacht verbiete sich, sagte Merkel. Zugleich verwies die Kanzlerin auf Übergriffe auf Gläubige und ihre Gotteshäuser. "Solche Taten richten sich gegen uns alle", sagte sie. weiter lesen »

Donnerstag, 25. Juni 2015

Beleidigung während Narkose - 500 000 Dollar Schadenersatz

Er war im April 2013 auf dem Nachhauseweg von einer Darmspiegelung, als ein Mann aus Reston im Bundesstaat Virginia zu seinem Handy griff. Er wollte sich das Vorgespräch mit dem Arzt anhören, das er damit aufgezeichnet hatte. Doch das Smartphone hatte nicht nur das Vorgespräch gespeichert - sondern war, offenbar versehentlich, während des gesamten Eingriffs mitgelaufen. Der Patient bekam im Nachhinein zu hören, wie die Ärzte ihn beleidigt, verspottet und über ihn gelacht hatten - während er unter Narkose auf dem OP-Tisch lag.

Der Geschmähte zog vor Gericht, wo er jetzt, gut zwei Jahre später, recht bekam. Ein Gericht in Fairfax County nahe Washington D.C. sprach ihm eine halbe Million Dollar (etwa 450 000 Euro) Schadenersatz zu. weiter lesen »

Montag, 15. Juni 2015

US-Angriff soll Top-Terroristen in Libyen getötet haben

Bei einem US-Luftangriff in Libyen soll einer der meistgesuchten Top-Terroristen der Welt ums Leben gekommen sein. Flugzeuge der US-Luftwaffe hätten den 43 Jahre alten Extremisten Mokhtar Belmokhtar im Osten des Landes getötet.

Das teilte die international anerkannte libysche Regierung am Montag in Tobruk mit. Der Algerier war lange ein wichtiger Anführer der Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM). Belmokhtar steckt hinter zahlreichen Terrorakten und Geiselnahmen in Nordafrika und Mali. weiter lesen »

Freitag, 5. Juni 2015

Merkel: Facebook ist so schön wie eine ordentliche Waschmaschine

Was hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom sozialen Netzwerk Facebook? Diese Frage stellte ein Besucher des Evangelischen Kirchentages in Stuttgart - und Merkel antwortete prompt.

"Es ist schön, dass man es hat. Das ist so schön, wie man ein Auto hat oder eine ordentliche Waschmaschine", sagte sie unter dem Gelächter mehrerer tausend Zuhörer. "Aber man darf aus der puren Existenz von Facebook nicht entnehmen, dass ich automatisch tolle Freunde habe." weiter lesen »

Montag, 1. Juni 2015

Muslimin gewinnt Kopftuch-Streit gegen Abercrombie

Sie bemühte sich um eine Stelle bei einer Modekette und wurde abgelehnt - weil sie ein Kopftuch trug. Das zumindest hat die Muslimin Samantha Elauf der Modekette Abercrombie & Fitch vorgeworfen. Acht von neun obersten Richtern am Supreme Court gaben ihr nun Recht. Das Gericht sah jedoch von einer Entschädigung ab: Elauf habe das Unternehmen nicht aufgesucht, damit dieses seine Kleidungsregeln überdenke.

Die damals 17-Jährige hatte sich 2008 erfolglos als Verkäuferin bei einer Abercrombie-Filiale im Bundesstaat Oklahoma beworben. Hinter der Ablehnung vemutete sie eine religiöse Diskriminierung. Abercrombie erklärte daraufhin, dass sämtlich Kopfbedeckungen gegen die Kleiderordnung für seine Mitarbeiter verstoßen würden. Elauf habe im Bewerbungsgespräch nicht ausdrücklich angesprochen, dass sie aus religiösen Gründen ein Kopftuch tragen wolle. Deshalb könne man dem Unternehmen auch keine religiöse Diskriminierung vorwerfen. weiter lesen »